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Erholungsheime

 

Erholungsheim Buntenbock  

Ferienkolonie des Vaterländischen Frauenvereins 

  Walderholungsheim Rottsberg 

Walderholungsheim Wildemann 


Erholungsheim Buntenbock

Im Laufe der Zeit stellte sich heraus, daß das 1917 eingerichtete Walderholungsheim Wildemann  für die Ansprüche der Stadt Hildesheim zu klein geworden ist. Daher wurde am 1.8.1924 das ehemalige Kurhaus in Buntenbock erworben und dafür das Hildesheimer Haus in Wildemann in Zahlung gegeben.

In dem Haus konnten nun 90 Kinder und 16 Erwachsene untergebracht werden.

Gegenüber dem Walderholungsheim Rottsberg  bot nun diese Haus den Vorteil, daß nun auch Winterkuren angeboten werden konnten. 

ANSICHTSKARTEN

Text-Quelle:

- Literatur

- Webseite

Bildquelle:

- Ansichtskarten

- Foto / Bild


Hildesheimer Heimatkalender 2001, Gerstenberg-Verlag Hildesheim, Seite 128



Privatbesitz H.-J. Brand


Ferienkolonie des Vaterländischen Frauenvereins

Diese, von dem Vaterländischen Frauenverein  eingerichtete Ferienkolonie für Schulkinder, befand sich um die Jahrhundertwende des 20. Jh. auf dem Berghölzchen und konnte ca. 50 Kinder aufnehmen.

Walderholungsheim Rottsberg

Das 1913 als "Kaiser-Wilhelm-Stiftung" errichtete Walderholungsheim für Schulkinder stand südwestlich der heutigen Jugendherberge auf dem Rottsberg.  

Noch Anfang des 20. Jahrhundert ließen die Gesundheitsverhältnisse in Europa noch zu wünschen übrig. Besonders litten unter feuchte Wohnungen, unzureichende Ernährung und mangelnde Hygiene die Kinder. Daraus resultierten die hohe Anzahl an Erkrankungen wie Diphtherie, Scharlach und besonders Tuberkulose.

Die Armenverwaltung der Stadt sowie der Vaterländische Frauenverein  taten zwar einiges zur Verbesserung des Gesundheitszustandes der Kinder und schuf verschiedene Möglichkeiten zur Erholung "schwächlicher, blutarmer, bleichsüchtiger und nervöser Kinder", was jedoch bei weitem nicht ausreichte. Wegen der hohen Verpflegungskosten und dem geringen Platzangebot z.B. der Solebäder in Bad Salzstedtfurt, Salzhemmendorf und Bevensen konnte die Stadt 1908 nur 9 und schließlich 1912 130 Kinder die Erholungsmöglichkeiten dieser Institute unterbringen. Die Ferienkolonie des Vaterländischen Frauenvereins auf dem Berghölzchen konnte auch nur 50 Kinder unterbringen.

Diese Umstände veranlaßte den Magistrat der Stadt im Sommer 1912 die Errichtung einer Walderholungsstätte in einfachster Form im Hildesheimer Wald oder am Ziegenberge in Erwägung zu ziehen.

Aus Anlaß des anstehendem 25-jährigen Regierungsjubiläums Kaisers Wilhelm II. wurden reichsweit Stiftungen zu gemeinnützigen oder wohltätigen Zwecken ins Leben gerufen. Auch die städtischen Kollegien Hildesheims gaben am 11.11.1912 ihre Zustimmung zur Einrichtung einer Stiftung. Sie empfahl erstens 50.000 Mark zur Errichtung einer Walderholungsstätte für Schulkinder und zweitens die Einstellung von jährlich 2.000 Mark in den Etat zur Unterstützung hilfsbedürftiger Hildesheimer Veteranen. Am 26.3.1913 bewilligte die städtischen Kollegien zur Errichtung und Unterhalt einer Walderholungstätte für Schulkinder 60.000 Mark aus dem Überschuß (!!!!) der Kämmereikasse des Rechnungsjahres 1912, daneben sollten jährlich am 16.6. (Jubiläumstag) 20 Hildesheimer Veteranen 100 Mark ausgezahlt werden.

Im März 1913 setzte sich der Hildesheimer Magistrat mit der Königlichen Klosterkammer in Verbindung, um auf dem Rottsberg ein Grundstück anzupachten. Nach Verhandlungen wurde im Juli 1913 von der Klosterkammer für ein 4 ha großes Grundstück der Stadt das Recht eingeräumt ein, „die für die Zwecke des Walderholungsheims erforderlichen Gebäude auf dem Pachtgrundstück zu errichten und nach Bedarf Wege darauf anzulegen“, während die Holznutzung der Verpächterin verblieb.

Der Vertrag lautete auf 30 Jahre, die Pachtsumme betrug 100 Mark jährlich.

Mitte Juli 1913 wurde mit dem Bau begonnen, bereits Ende August war er fertiggestellt. Er wurde wie folgt beschrieben:

„Das Gebäude, das eine Gesamtabmessung von 22 x 8 1/2 Meter hat, ruht auf einem massiven Sockel und ist aus Fachwerk mit äußerer Holzverkleidung und innerem Putz errichtet. Mit seinem roten Ziegeldach repräsentierte sich der Bau, der einstöckig gehalten ist, recht freundlich. Die Südseite wird von einem ca. 80 Kinder fassenden Speisesaal eingenommen, während rechter Hand die Küche, Speisekammer, ein Wärmeraum und zwei Zimmer der Vorsteherin liegen. An der äußeren Rückseite des Speisesaales befindet sich eine nach zwei Seiten offene, mit Ziegeln gedeckte und unterseitig verschalte Liegehalle, die eine Länge von 11,50 m hat, während sie 3,50 m in der Breite mißt.“

Das Haus erhielt einen Vorbau mit einer großen Freitreppe, das Dach wurde mit einem Türmchen versehen. Das in Holzfachwerk errichtete Abortsgebäude für die Jungen und Mädchen lag etwa 30 Meter entfernt. Die Wasserversorgung folgte über eine 900 m lange Rohrleitung vom Hochbehälter in der Triftstraße.  

Die Kosten für Bau und Einrichtung betrugen insgesamt 33.849,16 Mark, der Überschuß des Stiftungskapital in Höhe von 26.150,84 Mark wurde der Kämmereikasse zur Bildung der „Kaiser-Wilhelm-Stiftung “ überwiesen.

Am 1.Sept. 1913, nur sechs Wochen nach Baubeginn, wurde das Heim mit 68 Kindern (44 Mädchen und 24 Jungen) eröffnet.

Am 29.5.1916 beschlossen die städtischen Kollegien, das Walderholungsheim durch die Errichtung einer Schutzhalle für erholungsbedürftige Kriegerwitwen zu errichten. In der Schutzhalle konnten 20 Frauen Aufnahme finden.

Mit dem Vertrag vom 31.3.1923 übertrug die Stadt die Bewirtschaftung des Walderholungsheims dem evangelischen Volksdienst e.V. (Christlich-Soziale Volksdienst (CSVD, 1929–1933) war eine protestantisch-konservativePartei in der Weimarer Republik). Dieser verpflichtete sich, die von der Stadtverwaltung überwiesenen Kinder jeder Konfession aufzunehmen.

1924 wurde das Kindererholungsheim aufgehoben und 1925 dem Vaterländischen Frauenverein als Erholungsheim für erholungsbedürftige Frauen und Mädchen übergeben.

Unter dem Druck der nun braunen Machthaber überließ die Stadtregierung das Grundstück 1937 der Kreisleitung der NSDAP für Schulungszwecken. Am 5.8.1937 wurde das Gebäude als nun „Kreisschule der NSDAP“ von Gauleiter-Stellvertreter Schmalz und in Anwesenheit einer großen Anzahl militärischer und öffentlicher Vertretern ihrer Bestimmung übergeben.

1950 wurde das ehemalige Walderholungsheim Jugendherberge. Am 24.9.1966 wurde nach Errichtung der neuen Jugendherberge das alte Gebäude abgerissen. 

(im Original übernommen)

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- Foto / Bild


Hildesheimer Kalender 2001, Gerstenberg-Verlag Hildesheim, Seite 123ff



Privatbesitz H.-J. Brand


Walderholungsheim Wildemann

Um die von der Stadt angestrebte Fürsorge für erholungsbedürftige und schwächliche Kinder noch weiter auszubauen, war 1917 aufgrund eines Beschlusses der städtischen Kollegien in Wildemann (Harz) ein Hausgrundstück erworben und auf diesem ein Erholungsheim für Kinder eingerichtet worden. Das gut ausgestattete Haus bot 58 Kindern Aufenthalt.

Im laufe der Zeit stellte sich jedoch heraus, daß das Haus den neuen Ansprüchen nicht mehr gewachsen war. 1924 wurde das Hildesheimer Haus in Wildemann zum Zweck des Kaufes des ehemaligen Kurhauses in Buntenbock in Zahlung gegeben.

(im Original übernommen)

Text-Quelle:

- Literatur

- Webseite

Bildquelle:

- Ansichtskarten

- Foto / Bild


Hildesheimer Kalender 2001, Gerstenberg-Verlag Hildesheim, Seite 128