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Kulinarisches aus Hildesheim

 

Branntwein 

Hildesheimer "Himmlische Trüffel" 

Hildesheimer Pumpernickel 

Luttertrunk 

Nonnenfische 

 


Branntwein

1480 erscheint in Hildesheim, in der Ratsapotheke, der Branntwein erstmalig als „Heiltrank“. 

Wenig später als „bürgerliche Nahrung“ deklariert, wird der Schnaps Ursache der Entstehung vieler Schenken, zumeist recht zweifelhafter Art. 


Hildesheimer "Himmlische Trüffel"

Eine Verehrung nannte - alten Urkunden zufolge - der gräflich' von Pappenheim’sche Mundkoch 1632 die obligaten Sonderleistungen der belagerten Stadt Hildesheim an seinen mit zweifellos feiner Zunge begabten Herrn. Exzellenz wünschten sich damals täglich unter anderem kandierte Zitronen, eingemachte Nüsse, Ingwer, Quitten, Feigen, Sultaninen, Rosinen, Zwetschgen, Mandeln, Datteln, Pistazien und Zucker, alles Leckereien, die von weither aus Italien, Spanien, Asien und Amerika kamen.

Die Hildesheimer wußten dies Kostbarkeiten offenbar selber sehr zu schätzen und mengten Zucker, Quitten, Feigen und Dattelmus, aromatisierten diese mit Rosen- und Veilchenwasser und machten Konfekte aus Mandel- und Nussteig, das die verwöhntesten Gaumen befriedigte.

Die „Hildesheimer Himmlischen Trüffel“ waren erfunden.

Sie sind das, was Kenner exquisiten Konfekts im freundlichen Sinne „Eine Verehrung“ nennen. 


Hildesheimer Pumpernickel

Die weltbekannte Hildesheimer Spezialität stammte von einem österreichischen Konditor, der 1833 bei seiner Geschäftseröffnung auf der Schuhstraße diese Neuheit einführte.

 

 

Zutaten für 4 Portionen:

 

   1 kg Mehl

 250 g Butter

 750 g Zucker

  6 St. Eier

 2 TL Zimt

 1 TL Nelkenpfeffer (Piment, gem.)

 500 g Haselnüsse, gemahlen

 1 Pk. Backpulver

  2 St. Eier zum Bepinseln

 

 

Zubereitung:

 

1. Teig bereiten (geht am besten mit der Küchenmaschine)

 

Den Zucker mit der Butter schaumig rühren und dann vorsichtig unter fortgesetztem Rühren die Eier hinzufügen. Wenn eine homogene Masse entstanden ist, die Gewürze hinzugeben und unterrühren. Jetzt nach und nach das gesiebte, mit dem Backpulver vermischte Mehl zugeben.

Wenn ein zäher Teig entstanden ist, die gemahlenen Haselnüsse untermischen.

Der Teig sollte sich nun gut von der Rührschüssel lösen. Er darf jetzt eine Stunde im Kühlschrank ruhen.

 

2. Ausrollen

 

Den Teig aus dem Kühlschrank nehmen und in 6 Portionen (ggf. mehr, je nach Größe des Bleches) aufteilen.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen.

Hierauf eine der Teigportionen ausrollen, dazu die Rolle immer etwas mehlen. Die Teiglage soll etwa 3mm dick sein.

Zwei Eier trennen und die Eigelbe mit etwas Wasser verquirlen. Damit den Teig bestreichen.

 

3. Backen

 

Umluftherd auf 180° vorheizen. Pumpernickel in etwa 12 Minuten goldbraun ausbacken, aus dem Ofen nehmen und in noch warmem Zustand durch diagonale Schnitte in handliche Stücke schneiden.


Hildesheimer Luttertrunk

Der "Luttertrunk" ist ein nach einer Vorschrift aus einem Copialbuches des Michaelisklosters aus dem 15. Jh. gebrauter Würzwein.

Er wurde nach der Lutterung benannt. 

In Hildesheims ältesten Unternehmen, der seit 1318 privilegierten Rats-Apotheke, wird nach der Vorschrift aus einem Copialbuch des Michaelisklosters aus dem 15. Jahrhundert (s.u.), nun schon seit mehr als 500 Jahren, Hildesheims ältestes Erzeugnis .. der " Hildesheimer Luttertrunk " hergestellt. Ausgewählte Kräuter geben dem Luttertrunk seinen unverwechselbaren Geschmack. Luttertrunk enthält Auszüge aus Safran, Zimtrinde, Paprika, Galganthwurzel, Nelken und Ingwer, verbessert mit Honig. 

Dieses "Gebräu" wurde früher für die Oldermänner (Ratsherren) bereitet, deren jährliche Ersatzwahl, die sogenannte Lutterung, im Sitzungsaal des Obergeschosses der Rats-Apotheke durchgeführt wurde. 

Text-Quelle:

- Literatur

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Bildquelle:

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Nonnenfische

„Kunstfleißige“ Nonnen des Magdalenenklosters fertigten noch am Ende des 18. Jahrhunderts ein eigentümliches Honigkuchengebilde in Fischform her, die unter dem Namen „Nonnenfisch“ zu den Exporten des Klosters zählten. Dieses war ein "zähes" Gebäck aus einer Art von Honigkuchenteig hergestellt.

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- Literatur


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W. Wachsmuth: Zeitschrift für Dt. Kulturgeschichte, Die Zustände in Hildesheim gegen Ende...., Bauer & Raspe 1857, Nürnberg, Bd. 2, S. 11