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Luftschiffe über Hildesheim


Ein Luftschiff war zum Anfang des 20. Jahrhunderts die größte technische Errungenschaft, ein fliegendes Wunderwerk.

Für den Sonntag, 29.9.1912 war der Besuch eines dieser Luftschiffe in Hildesheim angesagt. Die „Hansa“  sollte auf einem großen Platz bei Steuerwald landen. Dies sorgte für ein großes Aufkommen von „wohlgemuten, erwartungsfroh gestimmten“ Hildesheimer Bewohner. Die Kirchen hatten sogar extra die Gottesdienste verlegt. Sonderzüge der HannoverschenStraßenbahn fuhren nach Steuerwald.

Nach einer langen Wartezeit der erwartungsfrohen Zuschauern kam die Nachricht: „Luftschiff Hansa wegen schlechten Wetters nicht gestartet!“ Enttäuschtes gemurre machte sich unter den Zuschauern breit. Da schmetterte die anwesende Militärmusikkapelle den Marsch „Mach mir keine Wippchen vor“ und lockerte damit Die Stimmung wieder etwas auf.

Bereits am folgenden Freitag wurde der erneute Besuch der „Hansa“ angekündigt. Zahlreiche Betriebe hatten diesmal wegen des erwartenden Besuchs geschlossen, damit auch die Werktätigen diesen besonderen Besuch bestaunen konnten. Das eingegangene Telegramm, das das Luftschiff gestartet ist, löste ein großes Jubeln aus. Vom Andreasturm wehten Fahnen zum Willkommen des Zeppelins. In letzter Minute vor dem erwarteten Eintreffens machte jedoch ein Telefonanruf erneut die Hoffnung aller Anwesenden zunichte: die „Hansa“ hätte umdrehen müssen - Sturmgefahr!

Zum Sonntag, dem 1.7.1913 wurde wieder ein Zeppelin angesagt. Der Zeppelin „Sachsen“ will auf dem Exerzierplatz am Heidekrug niedergehen.

Die Hildesheimer, anscheinend durch die vorhergehenden Enttäuschungen nicht verzagt stellte sich wiederum groß auf diesen Tag ein. Der Zugverkehr verstärkte sich. In Marienburg wurde extra ein Umsteigebahnhof eingerichtet. Von dort fuhr dann die Zwergbahn Diekholzen bis in die Nähe des Landungsplatzes.

Dann meldete ein Funkspruch, das die „Sachsen“ nicht kommen würde, dafür aber die „Hansa“ auf dem Weg sein würde. Wieder blickte alles in den Himmel, um das Eintreffen des silbern glänzenden Riesenvogel nicht zu verpassen. Das langerwartete Luftschiff - blieb auch diesmal aus!!!

Da gab es ein „Donnerwetter“ unter den sonst so geduldigen Bewohnern Hildesheims! Dreimal genaseführt - danke, das reichte….  

(im Original übernommen)

Ansichtskarten

Text-Quelle:

- Literatur

- Webseite

Bildquelle:

- Ansichtskarten

- Foto / Bild

 

E.H., Sonderausgabe 250 Jahre Hildesheimer Zeitung - "Mach mir kein Wippchen vor", Gerstenberg-Verlag Hildesh. 1955, Seite 20

 

 

Privatbesitz H.-J. Brand




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