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Konrad I. (25.)

1194 - 1199


Konrad als 26. Bischof von Hildesheim auf einem Gemälde mit Medaillondarstellungen aller Hildesheimer Bischöfe bis zum Ende des 18. Jahrhunderts; lateinische Inschrift: „Er brach zum Kreuzzug nach Jerusalem auf.“
Konrad als 26. Bischof von Hildesheim auf einem Gemälde mit Medaillondarstellungen aller Hildesheimer Bischöfe bis zum Ende des 18. Jahrhunderts; lateinische Inschrift: „Er brach zum Kreuzzug nach Jerusalem auf.“

Konrad von Querfurt (* um 1160; † 3. Dezember 1202 in Würzburg) war ein bedeutender Kirchenfürst des späten 12. Jahrhunderts. Er war Bischof von Hildesheim (1194–1199) und Bischof von Würzburg (1198–1202) und diente zwei Königen als Reichskanzler (1194–1201).

 

Konrad war ein Sohn des Magdeburger Burggrafen Burchard II. aus dem Hause Querfurt und der Mathilde von Gleichen, einer Tochter von Graf Lambert I. zu Tonna.

Konrad besuchte die Domschule in Hildesheim und studierte später mit Lothar von Segni, dem späteren Papst Innozenz III., in Paris. 1182 erhielt er eine Domherrenstelle in Magdeburg; 1188 wurde er Mitglied der königlichen Kapelle und Propst in Goslar. 1190 wurde er Propst in Magdeburg und 1194 am Marienstift in Aachen.

Auf dem Sizilienzug Heinrichs VI. im Jahre 1194 starb dessen Kanzler Sigelo und Konrad, einst einer der Erzieher des Kaisers, wurde zum Nachfolger ernannt. Im folgenden Jahr wurde Konrad auch zum Bischof von Hildesheim gewählt.

1196 ernannte ihn der Kaiser zum Generallegaten für Apulien, Italien und Sizilien. Bei der Durchsetzung der staufischen Herrschaft in Süditalien und Sizilien spielte er eine maßgebliche Rolle. Auf seine Veranlassung hin verfasste Petrus de Ebulo seinen Liber ad honorem Augusti sive de rebus Siculis, jenes bebilderte Versepos, in dem die Ereignisse dargestellt und die Verdienste Konrads entsprechend gewürdigt werden (vgl. die Illustrationen in der einzigen Handschrift Bern, Burgerbibliothek Codex 120 II, fol. 139r; fol 144r; fol. 145r).

Im Jahre 1197 war Konrad zusammen mit Heinrichs Reichsmarschall Heinrich von Kalden einer der Führer des sogenannten Deutschen Kreuzzugs. Während der Belagerung von Toron erhielt Konrad Nachricht, dass sowohl Kaiser Heinrich als auch Papst Coelestin III. gestorben waren. Daraufhin ließ er die Belagerung abbrechen und bereitete die Heimkehr vor, da er wegen des jungen Alters von Heinrichs Sohn Thronstreitigkeiten befürchtete.

Vor der Abreise war Konrad am 5. März 1198 an der Umwandlung der im Lager von Akko gegründeten Hospitalgenossenschaft in den Deutschen Orden beteiligt. Papst Innozenz III. gab dieser Umwandlung der Hospitalgenossenschaft im Jahre 1198 seine Zustimmung.

Zur Jahresmitte 1198 traf Konrad in Thüringen mit Philipp von Schwaben zusammen, dem Bruder Heinrichs VI., der in der Doppelwahl von 1198 von der staufischen Partei zum König gewählt worden war und der ihn als Reichskanzler bestätigte.

Noch während seines Aufenthalts im Heiligen Land war Konrad auch zum Bischof von Würzburg gewählt worden. Papst Innozenz III. warf ihm Ämterhäufung vor und forderte ihn auf, sein neues Bistum wieder aufzugeben. Da sich Konrad jedoch weigerte, wurde er im folgenden Jahr exkommuniziert. Nachdem er bereits 1199 das Bistum Hildesheim aufgegeben hatte, verzichtete Konrad auch auf Würzburg und reiste nach Italien, um beim Papst Abbitte zu leisten. Der Papst erteilte ihm die Absolution und bestätigte ihn als Bischof von Würzburg.

Im Zuge der Auseinandersetzungen zwischen Staufern und Welfen befestigte Konrad die Festung Marienberg in Würzburg und gründete 1200 die Stadt Karlstadtzur Verteidigung des Territoriums des Würzburger Bistums gegen die Grafen von Rieneck. Die Stadt wurde nach italienischem Vorbild planmäßig mit nahezu rechteckigem Grundriss angelegt.

Nachdem Konrads Schultheiß Eckard von Angehörigen des Ministerialiengeschlechts der Ravensburger erschlagen wurde, ließ Bischof Konrad ihren Würzburger Hof zerstören und erlegte ihnen eine hohe Geldstrafe auf. Die Ravensburger hatten sich aufgrund ihrer Verwandtschaft zu Heinrich von Kalden Straffreiheit erhofft und begannen nun über den Reichsmarschall am Königshof gegen Konrad zu intrigieren. König Philipp begann seinem Kanzler zu misstrauen, weil dieser so schnell sein Bistum vom Papst zurückerhalten hatte.

 

Daraufhin zog sich Konrad aus der Reichspolitik zurück und widmete sich der Verwaltung seines Bistums, wobei er sich durch großen Scharfsinn und sein organisatorisches Talent auszeichnete. Am 3. Dezember 1202 wurde er jedoch in Würzburg von Bodo von Ravensburg und Heinrich von Falkenberg auf dem Weg zum Dom ermordet. Konrad wurde in der Domkrypta beigesetzt. Zur Erinnerung wurde an der Stelle der Mordtat am Würzburger Dom ein Lichtstock errichtet. Dieser wird teilweise als älteste nachweisbare Totenleuchte Deutschlands bezeichnet, obwohl er laut Franz Hula keine Totenleuchte ist.