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Hildesheimer Originale


Fidele Menschen wohnten seit jeher in den Mauern unserer Stadt, Menschen, deren trockener Humor, deren schalkhafter Spott und gesunder Witz uns in vielen Anekdoten und Histörchen überliefert sind.

Zu den perlen niedersächsischen Humors gehören jene Witzbolde und komischen Kauze, die sprichwörtlich bekanntgeworden sind unter dem Namen: „Hildesheimer Originale“. Sie zeichneten sich aus durch ihre derb-fröhliche Art. Sie nahmen dabei kein Blatt vor den Mund. Unzählige Eulenspiegeleien kommen auf ihr Konto. Doch auch Sonderlinge waren sie, Gestalten, die in ihrer urkomischen Art einem Wilhelm Busch, der auch ein Sohn unserer näheren Umgebung ist, als Vorlagen für seine volkstümlich-karikierenden Zeichnungen hätten dienen können.

Die Reihe dieser närrischen Bewohner unserer Stadt läßt sich noch weiter fortsetzen.

Da ist der Kreuger Heinerich Bollemann, der auf die eigene Schreibweise seines Vornamens „Heinerich“ bestand.

Da ist die „Fromme Adele“, die stets auf der ersten Bank in der Kirche saß und den Pastor anhimmelte.

Da ist der „Fleitschen-Heinrich“, den man nie anders als vor sich hinpfeifend kannte, und der „Freet-August“.

Und da ist schließlich noch Wilhelm Kühne, genannt „Bärenschauster“, der mit seinem Schlagwort „Ein Jahr zurück“ zu erwähnen.

Vergessen wir nicht jene braven Handwerksleute, die Steinsetzer, die in unserer Stadt den Namen „Patthöker“ führten. Ein fremder, ein feiner Herr, streifte einmal einen biederen Patthöker bei seiner Arbeit mit den Fuße. „Oh pardon!“ entschuldigte er sich. „Ach, wat, pardon!“ meinte der Steinsetzer, „eck trample Sei einfach wedder!“

 

Ja, das waren sie, unsere Hildesheimer Originale. Wohl gibt es in der heutigen Zeit keine mehr von ihrem Schlage, denn vieles hat sich geändert in der Welt, aber der Humor ist geblieben in unserer Stadt - und wolle Gott, daß er nie verlorengehe.

(im Original übernommen)


Alte Lotte / Lotte vom Berge

Ein anderes Original, die, mit Kiepe und Körben hochgetürmt beladen, ihre Waren feilbot, war die alte Lotte, eine Hildesheimer Sehenswürdigkeit. „Wüllt Sei keine Körschen (Kirschen) köpen?“ Jahrzehnte hindurch stand sie am Brunnen auuf dem Marktplatz, wo ihr anghestammter Platz war. Sie gehörte nun einmal zum alten Hildesheim wie die Fachwerkbauten, die sich unter der Last des Alters krümmten und bogen.

Und auch „Lotte von Hildesheim“, wie wir sie einmal nennen wollen, ohne dabei an die „Lotte in Weimar“ zu denken - auch sie war alt, viele Runen hatten sich in ihr Gesicht eingegraben. Nach ihren Jahren gefragt, schüttelte sie den Kopf mit der stets schneeweißen Haube: „Eckwait nich, dat is schon tau lange her.“ Aus ihren Mund lugeten zwei lange, vorstehende Zähne heraus, die letzten, die ihr bis ins Greisenalter treugeblieben waren.

„Use ohle Lotte vom Barge“ (vom Moritzberge) haben ganze Geschlechter gekannt. Sie war die rührige Marktfrau, deren Geist noch heute über Hildesheims Märkte schwebt. Wie manches Bund Radieschen, wie manchen Kohlkopf hatte sie verkauft, bis sie am 14. April 1905, 89jährig das Zeitliche segnete.

Text-Quelle: E. Heinemann, Sonderausgabe 250 Jahre Hildesheimer Zeitung - "Hildesheimer Originale", Gerstenbergverlag Hildesheim 1955, Seite 85


Christian Müller "Christus"

Es war ein selten schnurriger Kauz, der da draußen, an den „Gestaden“ des Giesener Teiches, wildromantisch, bärtig und ungekämmt, barfuß und notdürftig gekleidet in einer Höhle hauste wie ein Mensch in der Steinzeit. Dieser Einsiedler, ein sonderbarer Heiliger, hieß eigentlich Christian Müller, stammte aus Hoheneggelsen, wo er 1848 das Licht der Welt erblickte, und wurde allgemein „Christus“ genannt.

Erst war er Dienstmann, dann bei einem Lumpenhändler in der „Kesselei“ (in Itzum) tätig, und schließlich zog er hinaus in die Einsamkeit, weil - wie er sagte - Gott ihn berufen hatte. Seine Höhle wurde bald zum Wallfahrtsort neugieriger Besucher, meist Damen, die diesen „interessanten Menschen“ schrecklich gerne einmal sehen wollten.

„Sau’n frummen Kerel“ war den Haseder Bauern noch nicht begegnet. Stets besuchte er die Messe, und beim ersten Glockenton, der an sein Ohr drang, warf er sich, er mochte gerade auf der Straße sein oder sonstwo, zu Boden und betete laut.

Hunger und Entbehrungen seiner Einsiedelei zehrten an seiner Gesundheit, und eines Tages - man schrieb das Jahr 1902 - brach er vor Erschöpfung auf der Straße zusammen. Stunden später war er schon tot. 

(Im Original übernommen)

Text-Quelle: E. Heinemann, Sonderausgabe 250 Jahre Hildesheimer Zeitung "Hildesheimer Originale"; Gerstenbergverlag Hi., 1955, Seite 85


Der „Justizrat“

Ein echtes Hildesheimer Original war der „Beeidigte Taxator und Auktionator“ Louis Born, der „Justizrat“, wie man ihn gewöhnlich nannte. Dieser Titel war ihm einst von einem Bauern, der ihn mit dem Rechtsanwalt verwechselte, verliehen worden.

Das ratsuchende Bäuerlein hatte dem vermeintlichen „Justeuzrat“ umständlich seinen schwierigen Falll geschildert, und Louis Born, nicht dumm, erteilte ihm einen recht pfiffigen Bescheid. „Un wat ben eck Sei schüllig?“ - „n‘ halben Dahler!“

Einmal kam ein Händler zu unserem „Justizrat“. Er bot Brillen an. In Born erwachte der Schalk und, obwohl er gar nicht an einen Kauf dachte, probierte er seelenruhig eine nach der anderen auf. Er suche eine Brille, mit der man lesen könne. Mehr als 100 hatte er auf der Nase gehabt, schließlich entfuhr es dem Händler: „Wenn Sei niu met düsser Brille ook nich lesen künnen, dann künnt Sei oberhaupt nich lesen, vertahn Sei meck?!“ - „Nee“, sagte Born gelassen, „kanneck ook nich. Aber Sei segget, dat’n dörch Ühre Brillen lesen Kann!“  

(im Original übernommen)

Text-Quelle: E. Heinemann, Sonderausgabe 250 Jahre Hildesheimer Zeitung, Gerstenberg-Verlag Hildesheim; 1955, Seite 85


Fuhrmann Teigler

Denkt man bei Scherzen nicht unwillkürlich an Till Eulenspiegel? Ein ebensolcher Schelm war der Fuhrmann Teigler, der um die Wende des 19. Jahrhunderts lebte.

Er begibt sich mitten in der Nacht mit seinem Sohn zum Haus des Bürgermeisters und klopfte diesen aus den Schlaf. Als der Bürgermeister, mißmutig ob der Störung zu so ungewöhnlicher Zeit, die beiden mit brummiger Stimme fragt, was sie denn wichtiges zu nächtlicher Stunde von ihm begehrten, da wendet sich Vater Teigler an seinen Sohn: „Sieh, dat is dat Recht von em hilmenschen Börger, dat hei in aller und jeder Tiht den Borgermester sprecken kann. Nichts vor ungut, Herr Borgermester.“

Damit zogen die „hilmenschen Börger“ ab und ließen das Stadtoberhaupt stehen, dem es einfach die Sprache verschlagen hatte.

(im Original übernommen)

E. Heinemann, 250 Jahre Hildesheimer Zeitung - "Hildesheimer Originale", Gerstenberg-Verlag Hildesheim 1955, Seite 85


Hamburger Wilhelm

Wilhelm hatte die Arbeit nicht erfunden; er war ein Typus, der jenem unsterblichen Nante in Berlin ähnelte, dem bettelnden, gaunernden Eckensteher. „Herr Doktor, hebbet Sei nich’n Groschen forn Proim?“ - so blieb der „Hamburger Wilhelm“ mit seinem großen Kalabreser und dem gezwirbelten Schnurrbart noch einigen Alt-Hildesheimern in Erinnerung.

Doch der Umstand, dem er seinen Beinamen verdankte, ist so originell und witzig, daß er zu den schönsten Hildesheimer Schnurren zählt:

Wilhelm, der Prahlhans, wollte in seiner Jugend immer einmal nach Hamburg, faßte aber nie den Mut dazu. Um den Nachbarn vorzutäuschen, daß er wirklich auf der Wanderschaft sei, sperrte ihn seine Mutter auf dem Boden ein. Eines Tages war Krach auf der Straße. Wilhelm hörte das oben, und endlich hält er es nicht mehr aus, er öffnete die Luke und ruft hinunter: „Eck schall man nich in Hamburg sin.“

(im Original übernommen)

Text-Quelle: E. Heinemann, Sonderausgabe 250 Jahre Hildesheimer Zeitung - "Hildesheimer Originale", Gerstenbergverlag Hildesh.1955, Seite 85


Hildesheimer Nachtigallen

Großes Aufsehen erregten um 1900 zwei Schwestern in Hildesheim welche auf der Neustadt, in der Annenstraße, wohnten. Dies waren die Frau Röhr und Frau du Carrois, die mit großen Schutenhüten und umhängen zogen sie mit Harfen „bewaffnet“ (an Tragriemen über den Rücken)  in die Ausflugslokalen Hildesheims. Es war ihr „Beruf“, sich in den Lokalen hören zu lassen, um einen Obolus zu verdienen.

Besonders die Kinder erfreuten sich an dem Anblick der beiden Sängerinnen. Sie bedrängten die „Nachtigallen“, zogen an ihren langen und weiten Röcken oftmals so sehr, daß diese drohten: „Ich tramp deck gleich mit dem Faust in den …“. Sie improvisierten jedes Lied nach ihrem Geschmack, Laune und Mundart.

Der brausende Beifall belohnte die eifrigen Sängerinnen, dann gingen sie mit ihrem Teller von Tisch zu Tisch und sammelten ihren wohlverdienten Lohn ein.

Bis ins hohe Alter erfreuten die beiden Musikerinnen die Leute in und um Hildesheim mit ihrem echten Hildesheimer Liedern, ihrem Spiel und Gesang. Längst sind die beiden „Nachtigallen“ verstorben. Die letzte starb am 27.6.1915 im Alter von 81 Jahren.

Text-Quelle: 

Ansichtskarten: Privatbesitz H.-J. Brand


Die letzte Hildesheimer „Nachtigall“

Erinnerung an Therese du Carrois, einem Original aus dem Pott

Am 27. Juni 1915 verstarb in Hildesheim im schönen Alter von 81 Jahren die Harfenistin Therese du Carrois, die Witwe des Marionetten- und Zauberkünstlers Hippolyt du Carrois, die man im Volksmunde einfach die „Harfen-Jule“ nannte.

Vielleicht wird der eine oder andere fragen, warum man dieser Frau ausgerechnet in der Beilage der Gerstenbergschen Zeitung „Aus der Heimat“ gedenkt? Aber wenn je eine Person ein Stückchen Alt-Hildesheimer Heimat verkörperte, dann war es bestimmt unsere Harfentante, sie gehörte ihrer einzigartigen Originalität wegen zu den charakteristischen Personen unserer Stadt. Gewiß, daß unsere Therese gerade als Virtuosin in einem ernst zu nehmenden Konzert mitgewirkt haben könnte, das ist, obwohl sie schon vom 10. Jahre ab Unterricht bekommen hatte, nie bekanntgeworden, denn ihre Stärke lag auf einem ganz anderen Gebiet. Es fand in Hildesheim kein Kongreß – und zeigte er noch so vornehmen Charakters – keine größere Tagung statt, auf dessen Empfangs- oder Begrüßungsabend unsere „letzte Nachtigall“ (sie hatte früher noch zwei Konkurrentinnen, die aber vor ihr starben) nicht ihre Lieder zur Harfe zum Besten gab. Stieg irgendwo die Fidelitas auf ihrem Höhepunkt, dann mußte die Harfentante antreten, wenn sie auch schon lange der Ruhe pflegte. Und dieses tat sie viele Jahre hindurch. Klassische Musik verschmähte sie, denn ihr Milieu war „echt Hildesheimer Sang im urwüchsigen Platt“, wie man es heute leider nur noch vereinzelt auf der Neustadt zu hören bekommt.

Obwohl sie gar kein echtes Hildesheimer Kind war, sie stammte nämlich aus Marienrode, hatte sie sich doch in ihrer Ausdrucksweise vollständig dem Hildesheimschen angepaßt.

„Greitchen mak mal up dat Fenster, keuke mal heröt

Eck will deck wat neues vertellen, dö bist meune Bröt!“

Oder

„Hänschen satt in’n Schosteine, flicke seune Schauh

Kamm so’n wackert Mäken her, dat kek so niepe tau,

Mäken, wen dö freuen must, denn freue du man meck

Eck hebbe blanke Daler, dä will eck geben deck!“

„Hanns nimm se nich, Hans nimm se nich, sei hett’n scheifen Faut

Smär salbe up“ smär Salbe up! Dann wird hei wedder gaut!“

Diese und ähnliche Reime waren ihre „Standard“-Schlager. Jedoch wies ihr Programm auch hochdeutsche Lieder auf, es gab z.B. eins, in dem jedes Handwerk „bedacht“ wurde:

„So nimm dir einen Schuster – es ist nur wegen dem Pech!“

„Dann nimm dir einen Klempner – hei snacket immer Blech!“ usw.

Unvergessen ist ihr

„Ein Jägersmann voll Feuer,

das ist mein Schatz für war,

ich lieb ihn hoch und teuer,

ich lieb ihn schon fünf Jahr!“

Und einfach „rührend“ war ihr

„Auf meinem Leichenstein, da kannst du’s lesen, Daß ich dir ewig treu gewesen!“

Dem Höhepunkt ihrer Gastrolle bei Tagungen gab dann gewöhnlich: „Was kommt dort von der Höh‘!“, dessen Refrain natürlich vom ganzen Auditorium voller Begeisterung mitgesungen wurde.

Als sie einmal dieses Lied in einem Gartenlokal sang, da „tunkte“ mitten in ihrem Spiel ein Junge an ihrer Harfe herum. Da ist sie, die sonst immer die Grenze zu wahren wußte, einmal „ausgerutscht“ und sang – es sollte ja eigentlich bloß der Junge hören: „eck trampe deck gleuk mit der Harfe in’n …, was kommt dort von der Höh‘!“ Das ist ihr nie vergessen worden.

Nun ist sie schon 25 Jahre tot. Unser Bild (es ist eine seltene Aufnahme, denn sie sich nur einmal dem Photographen gestellt, weil sie zu ihrem Gewerbeschein dieses Bild unbedingt haben mußte) zeigt sie sozusagen in „Zivil“, mit dem Umschlagetuch, unter welchem sie die Harfe vor schlechtem Wetter schützte, wenn sie von einer Wirtschaft zur anderen zog, denn sie hat es sich ihr Leben lang sauer werden lassen.

Frau Therese du Carrois hat mit ihren Liedern, die Gemeingut jedes Hildesheimers wurden, viele tausende Jahre hindurch erfreut. Als sie starb, verschwand mit ihr eine weitbekannte Persönlichkeit aus dem Hildesheimer Straßenbild, für die es keinen Ersatz gab. Darum heute diese Worte des Erinnerns in unserer Heimatbeilage.

 

Leo Nitsch

Im Original wiedergegeben


FOTO/BILD

Originalseite
Originalseite

Text-Quelle

"Aus der Heimat" Beilage der Gerstenbergschen Zeitung, Hildesheim, 22.6.1940, Seite 24



Preischen Behrens

Ein Mann, dem der Schalk im Nacken saß wie keinem zweiten, war jener Malermeister vom Brühl, der Preischen Behrens hieß. Wer kannte nicht seine an den Hildesheimer Stammtischen immer wieder erzählten Taten, die den Schöppenstedter Streichen ähnelten? Seine Brockenfahrt, dieses Kabinettstück Hildesheimer Humors, grenzte bereits ans Reich der Fabel, so will es uns heute scheinen.

Seine Sangesbrüder sitzen im Brocken-Restaurant. Preischen, der nicht bei ihnen ist, hat dem Wirt aufgetragen, den Leuten nur ja keinen Alkohol zu bringen. Im vertrauen: es handelt sich um verrückte aus der Sülte, die auf einem Ausflug sind. Was machten die durstigen Gäste für Augen, als ihnen statt des bestellten Biers - Milch vorgesetzt wird. Und als sie Schnaps  haben wollten, bekommen sie, als wäre das ganz selbstverständlich, Limonade. Das ist ihnen zuviel. Fäuste donnerten auf den Tisch, doch der Wirt beschwichtigt sie: „Ruhe, euer Wärter kommt ja bald!“ Die Gesichter hätte man sehen sollen!

Einen anderen Scherz erlaubte sich Behrens einmal mit dem Wirt seiner Stammkneipe. Verärgert über das schlechte Pflaster im Hof, bestellt er ohne Wissen des Wirts Steinsetzer, die in aller Frühe das Pflaster aufreißen und erneuern. Der Wirt, der das Hämmern der „Patthöker“ (ndt. für: Steinsetzer) vernimmt, tritt schlaftrunken ans Fenster und glaubte seinen Augen nicht zu trauen.

Wieder einmal sitzt Preischen in fideler Stammtischrunde. Eine Wette wird abgeschlossen. Er will einen Mann, der allerdings nur ein Männlein ist, in einer Kiepe am helligen Tag zum Moritzberg tragen. Auf der Dammstraße wird Preischen die Last beschwerlich, und als er an der Brücke anlangte, setzte er die Kiepe auf das Geländer. Da protestierte das Männlein, so hätten sie nicht gewettet. Preischen lehnte sich zurück und die Trage neigt sich bedenklich über die Innerste. Den Gnom packt die Angst. Mit heller Stimme zetert er: „Hilfe, ich falle ins Wasser!“ die Wette aber gewann Behrens noch.

(im Original übernommen)

Text-Quelle: E. Heinemann, Sonderausgabe 250 Jahre Hildesheimer Zeitung - "Hildesheimer Originale", Gerstenbergverlag Hildesh. 1955, S. 85


Rosen-Bertha

→  Veilchenbacke


Veilchenbacke

Früher stand an den Straßenecken ein Mann, der Blumen, insbesondere Frühlingsblumen, verkaufte. „Veilchenbacke“ war sein Spitzname, weil er ein Feuermal im Gesicht trug. Mit lauter Stimme rief er: „Maiblumen vom Knebel. Für Publikum und Pöbel!“ 

Zu ihm gehörte noch die "Rosen-Bertha". Beide waren stadtbekannt.

(im Original übernommen) 

Text:Quelle: E. Heinemann, Sonderausgabe 250 Jahre Hildesheimer Zeitung - "Hildesheimer Originale", Gerstenbergverlag Hildesheim 1955, Seite 85