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Gebäude und Bauwerke

Fachwerkhäuser-Bestand 1924

Die Hildesheimer Holzarchitektur

Die Fensterbierscheiben

Die Upstene



Fachwerkhäuser-Bestand 1924

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Johannes Köhler: Zwei Jahrhunderte Holzbaukunst in Hildesheim, August Lax 1926, Hildesheim, Anhang



Die Hildesheimer Steinbauten

Obwohl in der Nähe der Stadt Brüche von gewachsenem Felsgestein liegen, hat man in Hildesheim doch nur selten in diesem Material Wohnhäuser errichtet; es war im Wesentlichen den öffentlichen Gebäuden kirchlicher und weltlicher Art vorbehalten.

Steinerne Wohnhäuser sind außer der romanischen Choralei des Kreuzstiftes: Am Markt das gotische Haus des Rolandstiftes und das Tempelhaus, das an der Stelle einer früheren Synagoge (nach heutiger Meinung nicht nachweisbar) nach 1457 von der ritterbürtigen Familie von Harlessem nach Art eines frühgotischen Schlosses mit (unzugänglichen) Türmchen aufgeführt ist; Osterstraße 1 ist ein etwas späterer gotischer Steinbau. Im Langen Hagen steht das sogenannte Kaiserhaus, leider unvollendet und notdürftig in Fachwerk abgeschlossen.

Das 1586 aufgeführtes Erdgeschoß zeigt zwei prächtige Seiten mit reichem ornamentalem und figürlichem Schmuck, bei dessen Zusammenstellung der Bauherr, ein weitgereister Jurist, mitgewirkt haben soll. Das prunkvolle Haus ist der einzige hiesige Vertreter einer Bauweise, für die das benachbarte Hameln einige berühmte Beispiele, z.B. das Rattenfängerhaus, besitz.

Steinerne Untergeschosse mit aufgesetztem Fachwerkbau sind auch bei Wohnhäusern häufiger ausgeführt, besonders an den Kurien der Geistlichkeit auf dem Domhof.

Text-Quelle:

- Literatur

 

Günther Roeder: Führer durch Hildesheim; Verlag Franz Borgmeyer, Hildesheim 1919; Seite 41



Die Hildesheimer Holzarchitektur

In der mittelalterlichen Hildesheimer Holzarchitektur unterschied man 3 Hauptabschnitte:

 

1. die gotischen Holzbauten zwischen 1418 bis 1529  

2. der Mischstil 1529 bis etwa 1560 (Übergangszeit)  

3. die Hochrenaissance von 1560 bis in den Dreißigjährigen Krieg

 

Die gotischen Holbauten zeigten in der Konstruktion (Aufbau) das "Auskragen" (Ausladen, Hervorspringen) der oberen Geschosse, welches ein typisches Zeichen der Hildesheimer Architektur war. Die Dekoration (Schmuck) beschränkte sich anfänglich auf die "Knaggen" (Konsolen), Schwellen, Balkenköpfe und Windbretter, um schließlich auch in Einzelfällen die Ständer mit Schnitzwerk zu versehen.

Über dem Erdgeschoß zeigte sich häufig ein nicht auskragendes niedriges Zwischengeschoß, das ehemals die Schlafräume des Hauses enthielt. Ein spitzbogiger Torweg führte auf die große Diele.  

Zur Zeit des Mischstils hatten die Häuser in der Regel die gotischen Konstruktion; die Dekoration aber verwendete die Schmuckmotive der Renaissance, die mit dem Knochenhauser-Amthaus 1529 ihren Einzug in Hildesheim gehalten hat.

In dem 3. Hauptabschnitt, der Hochrenaissance, hörte das Auskragen der Geschosse auf. An die Stelle der nun überflüssigen Windbretter traten die Fensterbrüstungstafeln, die Raum für Bildschmuck boten. Die Ständer wurden reichgeschmückt. Die Hauptblütezeit war um das Jahr 1600.   

In den Hildesheimer Bürgerhäusern fanden sich Typen, die in der Grundrißbildung auf das Altsächsische Bauernhaus wiesen: Dachfirst quer zur Straßenrichtung und den Eingang in der Giebelseite. Die weitaus größte Zahl der Holzhäuser zeigte aber den mitteldeutschen Hausbautyp: die sogenannte Thüringer Hausanlage. Die Dachfirstlinie läuft parallel der Straße, der Eingang ist an der Längsseite.

Hildesheim liegt an der Südgrenze des Verbreitungsgebiets des Altsächsischen Bauernhauses.

(Im Original übernommen)

Text-Quelle:

- Literatur


A. v. Behr, „Rundgang durch Hildesheim“, Verlag A. Lax Hildesheim 1928, Seite 9



Fensterbierscheiben

Hierum handelt es sich um kleine, bunte Glasfenster, in denen sich das ehrsame Glaserhandwerk zur Volkskunst entwickelt. Bei Richtfesten, Hochzeiten und anderen Feiern beschenkten sich die Nachbarn mit solchen bunten Scheiben, die von dem bei solchen Gelegenheiten reichlich fließenden Bier den Ehrennamen „Fenster-Bier“ erhielten.

1665 versuchte die Obrigkeit dem Fensterbier mit einer Verordnung ein Ende zu machen. Sie wurde herausgegeben im Auftrag des „Hochwürdigsten Fürsten und Herrn, Herrn Maximilian Heinrichen, Ertz-Bischoffen zu Cölln deß Heiligen Römischen Reiches durch Italien Ertz-Cantzlern und Churfürsten, Bischoffen zu Hildesheim und Lüttig“. Sie lautete wie folgt:

 

“Weilen auch bey den Fenster beschencken gemeinlich große gastmählen angerichtet werden / und dabey oftmals mehr / als die geschenckte Fenster wehrt seyn / auffgehet und verzehrt wird, So soll solch fenster beschencken oder Gastmal gäntzlich verbotten und abgeschaffet seyn / bey 10 Thaler Straffe / jedoch wird hierdurch Niemand benommen / seinem guten Freund ein Fenster zu schencken“.

 

Jedoch machte erst der moderne Städtebau im 19. Jh. dem Fensterbier ein Ende.

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Text-Quelle:

- Literatur

- Webseite

Bildquelle:

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Upstene

Diese, in der städtischen Ziegelei "vor dem Dammtore" hergestellten Steine waren vermutlich Fliesen zum pflastern von Kellern und Dielen.

100 Stück dieser Steine kosteten laut Rechnung von 1381 1 1/2 Schillinge. 

Text-Quelle:

- Literatur


Johannes Heinrich Gebauer: Geschichte der Stadt Hildesheim, August Lax 1924, Hildesheim, Bd. 1, S.




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